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Zwischen Idyll und Millionenstadt: Wo liegt Liechtensteins Grenze?

140'000 Menschen könnten theoretisch in Liechtensteins Wohnzonen leben. Heute sind es knapp 41'000. Wo liegt die richtige Grenze? Diese Frage stellte Dr. Gerald Hosp, Geschäftsführer der Stiftung Zukunft.li, am Donnerstagabend auf Einladung der FBP-Ortsgruppe Balzers – und lieferte dabei keine einfache Antwort, dafür aber umso mehr Denkanstösse.

Zieht man die am Wochenende an der Urne gescheiterte Schweizer 10-Millionen-Grenze proportional heran, läge das Limit für Liechtenstein bei rund 55'000 Einwohnern. Bei Monacos Bevölkerungsdichte wären es 336'000. Schon diese Zahlen zeigen: Es kommt darauf an, welches Liechtenstein man will.

Hosp machte deutlich, dass Wachstum kein Automatismus ist – ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung schrumpfen und altern. Gleichzeitig warnte er vor einem Wachstum «in die Breite»: Mehr Beschäftigte, mehr Pendler, aber kaum steigende Produktivität. Heute übersteigt die Zahl der Zupendler aus der Schweiz und Österreich jene der ansässigen Erwerbsbevölkerung – mit Konsequenzen für Verkehr, Löhne und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Als eigentlichen Knackpunkt identifizierte Hosp den Bodenmarkt: intransparent, illiquid, und mit einem Drittel unbebauter Bauzonen paradox ineffizient. Eine unkontrollierte Öffnung der Zuwanderung würde hier auf ein starres Angebot treffen – mit absehbaren Folgen. Sein Fazit: Die EWR-Sonderlösung hat sich bewährt und soll beibehalten werden.

Gerald Hosp Hosp schloss seinen Vortrag mit einer nachdenklichen Feststellung: Die Frage «Wie viele Einwohner verträgt Liechtenstein?» lasse sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Dahinter stecke eine tiefgreifendere gesellschaftliche Frage: «In welchem Liechtenstein wollen wir leben?» – und die Bereitschaft, die Konsequenzen der eigenen Antwort zu tragen. Derzeit befinde sich Liechtenstein in vielerlei Hinsicht in einem guten Gleichgewicht. Dieses könne sich jedoch ändern – nicht zuletzt in Abhängigkeit davon, wie die Schweiz mit der Bevölkerungsfrage umgehe.

Die FBP-Ortsgruppe Balzers dankt Dr. Gerald Hosp für den informativen und anregenden Abend und freut sich, auch künftig Themen von gesellschaftlicher Relevanz in dieser Form aufzugreifen.

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